𝗗𝗶𝗲 𝗣𝗳𝗹𝗲𝗴𝗲 𝗵𝗮𝘁 𝗦𝘁𝘂𝗱𝗶𝗲𝗻. 𝗗𝗶𝗲 𝗣𝗳𝗹𝗲𝗴𝗲 𝗵𝗮𝘁 𝗘𝘅𝗽𝗲𝗿𝘁𝗶𝘀𝗲. 𝗪𝗮𝘀 𝗳𝗲𝗵𝗹𝘁, 𝗶𝘀𝘁 𝗠𝗮𝗰𝗵𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝗠𝘂𝘁 𝘇𝘂𝗿 𝗩𝗲𝗿ä𝗻𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴.
- 𝘋𝘪𝘦 𝘈𝘬𝘢𝘥𝘦𝘮𝘪𝘴𝘪𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨𝘴𝘥𝘦𝘣𝘢𝘵𝘵𝘦 𝘩𝘢𝘵 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘦𝘪𝘨𝘦𝘯𝘦 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦 – 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘪𝘦 𝘪𝘴𝘵 𝘷𝘰𝘯 𝘉𝘭𝘰𝘤𝘬𝘢𝘥𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘱𝘳ä𝘨𝘵.
Die Entwicklung der Pflegeakademisierung verlief in Deutschland zögerlich und oft widersprüchlich. Trotz Studium wird meist dieselbe Tätigkeit verrichtet wie zuvor und identische Bezahlung geboten. Das erzeugt Frustration und untergräbt die Wirkung akademischer Qualifizierung. Teile der Blockade liegen im System selbst, insbesondere in bestehenden Machtverhältnissen zwischen Ärzteschaft und Pflege.
- 𝘌𝘳𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳𝘵𝘦 𝘈𝘶𝘧𝘨𝘢𝘣𝘦𝘯𝘧𝘦𝘭𝘥𝘦𝘳 𝘦𝘯𝘵𝘴𝘵𝘦𝘩𝘦𝘯, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘰𝘩𝘯𝘦 𝘦𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘴𝘵𝘳𝘶𝘬𝘵𝘶𝘳𝘦𝘭𝘭𝘦 𝘝𝘦𝘳ä𝘯𝘥𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨𝘦𝘯.
Pflegekräfte übernehmen längst anspruchsvolle Bereiche wie Diabetes-, Demenz- oder Wundmanagement. Viele dieser Felder wurden von der Medizin delegiert, jedoch ohne offizielle Kompetenz- oder Entscheidungsbefugnisse. Die Skepsis der Ärzteschaft bleibt, obwohl Pflegefachpersonen diese Aufgaben seit Jahrzehnten praktisch kompetent ausfüllen. Die Reformen bleiben kosmetisch und berühren die Machtbasis kaum.
- 𝘕𝘰𝘵𝘸𝘦𝘯𝘥𝘪𝘨 𝘸ä𝘳𝘦 𝘦𝘪𝘯 𝘮𝘶𝘭𝘵𝘪𝘱𝘳𝘰𝘧𝘦𝘴𝘴𝘪𝘰𝘯𝘦𝘭𝘭𝘦𝘴, 𝘨𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘣𝘦𝘳𝘦𝘤𝘩𝘵𝘪𝘨𝘵𝘦𝘴 𝘔𝘪𝘵𝘦𝘪𝘯𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳.
Pflege wird weiterhin als ärztliche Assistenz gedacht. Substanzielle Veränderungen scheitern daran, dass Macht nicht neu verteilt wird. Länder wie USA oder England zeigen, wie Advanced Practice Rollen (z. B. Community Health Nursing) Versorgungslücken schließen und Autonomie stärken.
Erste Pflänzchen im hiesigen Gesundheitswesen mit Pilotierungen zeigen auf, dass diese Möglichkeitsräume fachlich, menschlich und sozial besetzt werden können. Es braucht hier den nächsten Entwicklungsschritt im politischen Willen in die Umsetzung zu kommen. Im Fokus: der Patient, Bewohner, pflegende Angehörige, etc.
- 𝘈𝘬𝘢𝘥𝘦𝘮𝘪𝘴𝘪𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨 𝘪𝘯 𝘗𝘧𝘭𝘦𝘨𝘦𝘮𝘢𝘯𝘢𝘨𝘦𝘮𝘦𝘯𝘵 𝘶𝘯𝘥 –𝘱ä𝘥𝘢𝘨𝘰𝘨𝘪𝘬 𝘴𝘵𝘦𝘤𝘬𝘵 𝘪𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘐𝘥𝘦𝘯𝘵𝘪𝘵ä𝘵𝘴𝘬𝘳𝘪𝘴𝘦.
Studiengänge im Management und der Pädagogik waren anfangs ein Aufbruch aus der Praxis. Heute trifft eine sinkende Nachfrage auf fehlende Identitätsbildung: Absolventinnen und Absolventen fragen sich, wer sie mit dem Abschluss eigentlich sind. Hochschulen können diese Berufssozialisation allein nicht leisten, weil Praxisanbindung und Rollenbilder fehlen.
- 𝘙𝘰𝘭𝘭𝘦𝘯𝘦𝘯𝘵𝘸𝘪𝘤𝘬𝘭𝘶𝘯𝘨 𝘸𝘪𝘦 𝘈𝘕𝘗 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘵 𝘪𝘯 𝘋𝘦𝘶𝘵𝘴𝘤𝘩𝘭𝘢𝘯𝘥 𝘯𝘶𝘳 𝘴𝘤𝘩𝘭𝘦𝘱𝘱𝘦𝘯𝘥 𝘷𝘰𝘳𝘢𝘯.
Praxisentwicklung findet vor allem im Krankenhaus statt. Die Langzeitpflege profitiert davon kaum, weil dort Strukturen, akademisierte Vorbilder und Lehrpflegeheime fehlen. Disziplinentwicklung bleibt aus. Länder wie die USA zeigen, wie klinische Karrierewege und Forschung integriert werden können. In Deutschland fehlt die systematische Verzahnung von Hochschulen und Praxisfeldern.
- 𝘛𝘩𝘦𝘰𝘳𝘦𝘵𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘴 𝘞𝘪𝘴𝘴𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘳𝘥 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘗𝘳𝘢𝘹𝘪𝘴 𝘬𝘢𝘶𝘮 𝘨𝘦𝘯𝘶𝘵𝘻𝘵 – 𝘥𝘢𝘴 Theorie-Praxis-Transfer 𝘪𝘴𝘵 𝘬𝘶𝘭𝘵𝘶𝘳𝘦𝘭𝘭, 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘳𝘢𝘵𝘪𝘰𝘯𝘢𝘭.
Es gibt keinen Mangel an Studien. Die Evidenz ist umfassend, z. B. zu Delirmanagement, Mobilisation oder Versorgungsrisiken durch Bettlägerigkeit. Die Umsetzung scheitert weniger an Wissen als an Ängsten, Statusverlust, Sprachlosigkeit und kulturellen Barrieren. Pflege und Medizin verharren in Eigenlogiken: Wissenschaft produziert Paper für Karrieren; Praxis fühlt sich belehrt statt begleitet.
- 𝘞𝘪𝘴𝘴𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘧𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩𝘦𝘳 𝘋𝘪𝘢𝘭𝘰𝘨 𝘣𝘳𝘢𝘶𝘤𝘩𝘵 𝘯𝘦𝘶𝘦 𝘍𝘰𝘳𝘮𝘢𝘵𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘨𝘦𝘮𝘦𝘪𝘯𝘴𝘢𝘮𝘦𝘯 𝘙𝘦𝘧𝘭𝘦𝘹𝘪𝘰𝘯.
Journal Clubs können gute Werkzeuge sein, um Theorie und Praxis in Gesprächsräumen zusammenzubringen. Entscheidend ist ein respektvoller, gleichwertiger Austausch ohne Arroganz. Ziel ist, Praxisrelevanz zu klären, Forschung nutzbar zu machen und beide Berufsgruppen gemeinsam zu professioneller Reflexion zu führen.
- 𝘋𝘪𝘦 𝘋𝘪𝘢𝘭𝘰𝘨𝘳ä𝘶𝘮𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘗𝘧𝘭𝘦𝘨𝘦 𝘴𝘪𝘯𝘥 𝘧𝘳𝘢𝘨𝘮𝘦𝘯𝘵𝘪𝘦𝘳𝘵 – 𝘶𝘯𝘥 𝘥𝘢𝘥𝘶𝘳𝘤𝘩 𝘸𝘪𝘳𝘬𝘶𝘯𝘨𝘴𝘴𝘤𝘩𝘸𝘢𝘤𝘩.
Es gibt getrennte Welten: wissenschaftliche Veranstaltungen, politische Diskurse, Management-Tagungen. Sie sprechen selten miteinander. Das verhindert gemeinsame Positionierung, schränkt Einflussmöglichkeiten ein und erschwert strategische Weiterentwicklung der Disziplin.
Wenn Sie gerne mehr davon erfahren möchten, Praxisdialog, Akademisierung und Entwicklung und in den Austausch gehen möchten:
07.11.2025 𝘿𝙞𝙚𝙨𝙚𝙧 𝘼𝙪𝙨𝙩𝙖𝙪𝙨𝙘𝙝 𝙯𝙪 𝙙𝙚𝙣 𝙤.𝙜. 𝙏𝙝𝙚𝙢𝙚𝙣 𝙛ü𝙝𝙧𝙩𝙚n:
𝙃𝙚𝙧𝙧 𝙋𝙧𝙤𝙛. 𝘿𝙧. Hermann Brandenburg 𝙪𝙣𝙙 𝙈𝙖𝙧𝙞𝙚-𝙇𝙪𝙞𝙨𝙚 𝙎𝙘𝙝𝙢𝙞𝙩𝙯 💯🧲💯🙋♀️