@Bild Sommer 2023 Koblenz Veranstaltung
Im gemeinsamen Dialog mit Prof. Dr. Hermann Brandenburg ging es am 11.11.2026 nicht um Personalzahlen. Sondern um die Realität von Versorgung – jenseits der Hochglanzdebatten.
Wie sieht häusliche Versorgung heute wirklich aus? Oft ist die erste Pflegeperson der Partner. Dann die Kinder – zwischen Beruf, eigener Familie und Entfernung.
Professionelle Pflege kommt später hinzu. Punktuell. Zeitlich eng. Strukturell begrenzt.
Und was bleibt, wenn all das nicht mehr trägt? Einsamkeit.
In stationären Settings erleben wir sie täglich:
Menschen, umgeben von anderen Alten – und dennoch allein.
Menschen, deren soziale Netze verschwunden sind.
Menschen, die schweigen. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten – sondern weil niemand mehr da ist, der fragt.
𝗗𝗶𝗲 𝗕𝗮𝗯𝘆𝗯𝗼𝗼𝗺𝗲𝗿 𝗸𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻. Und wir haben als Gesellschaft keine tragfähige Antwort darauf. Keine Vision. Keine integrierte Versorgungslogik.
Andere Länder zeigen, wohin es führen kann:
Lebensend-Vorbereitung (Japan) wird zunehmend ein individuelles Projekt. Was früher Familie, }Kommune, Gemeinschaft geleistet haben, muss heute der Einzelne organisieren.
𝗪𝗮𝘀 𝗵𝗲𝗶ß𝘁 𝗱𝗮𝘀 𝗳ü𝗿 𝗣𝗳𝗹𝗲𝗴𝗲𝗼𝗿𝗴𝗮𝗻𝗶𝘀𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻?
Wir reden viel über Personal. Aber zu wenig über Konzeption.
Wir bauen neue Einrichtungen – mit alten Denkmustern.
Wir vergüten Schwere, nicht Entwicklung.
Rehabilitative, aktivierende Pflege fällt systematisch durchs Raster.
Bewohner:innen werden „in Pflegegrade hineingepflegt“, statt Ressourcen zurückzugewinnen.
𝗔𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗿 𝗩𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝗯ü𝗵𝗻𝗲: 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝗮𝗹𝗺𝗮𝗻𝗴𝗲𝗹.
𝗛𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗿 𝗕ü𝗵𝗻𝗲: fehlende Qualifikationsnutzung, fehlende Aktivierung, fehlende Struktur.
Und mittendrin Führungskräfte, die mit Überengagement kompensieren, was Organisationen nicht leisten. 60 – 80-Stunden-Wochen gelten als Einsatz – dabei sind sie ein Warnsignal.
Die entscheidende Frage lautet nicht: Haben wir genug Personal?
Sondern: Haben wir ein pflegerisches Konzept, das Menschen stärkt – und Organisationen steuerungsfähig macht?
𝗔𝗸𝘁𝗶𝘃𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗣𝗳𝗹𝗲𝗴𝗲 𝗽𝗮𝘀𝘀𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝘂𝗿𝗰𝗵 𝗔𝗽𝗽𝗲𝗹𝗹𝗲. 𝗦𝗶𝗲 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁:
klare konzeptionelle Zielrichtungen
Führung als Vorbild
Qualifizierung, Reflexion, Evaluation
Dialog mit Regulierung statt Unterwerfungsstrategien
Nicht den Waschlappen diskutieren. Sondern die Frage: Warum versorgen wir Menschen so – und nicht anders?
𝗣𝗳𝗹𝗲𝗴𝗲𝗼𝗿𝗴𝗮𝗻𝗶𝘀𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻, 𝗱𝗶𝗲 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗸𝗼𝗻𝘇𝗲𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗹𝗹 𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻, 𝗲𝗻𝘁𝗹𝗮𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗠𝗶𝘁𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻𝗱𝗲, 𝗲𝗿𝗵ö𝗵𝗲𝗻 𝗤𝘂𝗮𝗹𝗶𝘁ä𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝗴𝗲𝘄𝗶𝗻𝗻𝗲𝗻 𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁𝘀𝗳ä𝗵𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁.
Kontaktieren Sie uns gerne. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen: Herzliche Grüße, Marie-Luise Schmitz 💯🧲💯🙋♀️