Über mich – Meine Haltung – Meine Überzeugung

Streifen gelb

Warum ich über Schweigekulturen schreibe

Ich kenne die Pflege nicht aus der Beobachterperspektive. Nein ich kenne die Pflege aus über 40 Jahren Praxis sowohl am Bett als auch auf der Führungsebene.

Ich habe viele Jahre auf Intensivstationen gearbeitet, in Führungspositionen sowohl als Stationsleitung, Pflegedienstleitung, Standortleitungen, uvm. Ich habe erlebt, wie hochprofessionelle Teams unter Druck geraten können – und wie schnell Qualität leidet, wenn kritische Themen nicht mehr offen angesprochen werden. Erlebt habe ich auch, was passiert, wenn Fachpersonen mit moral distress nach Hause gehen. Und ich habe gesehen, wie Organisationen an Hierarchie und Sprachlosigkeit erstarren – obwohl Kompetenz und Engagement vorhanden sind.

Diese Erfahrung prägt meine Arbeit bis heute und gleichzeitig durfte ich durch die Professionalisierung erleben wie wir das Setting im beruflichen Alltag positiv gestalten und verändern können. Ich bin dafür angetreten und bleibe dem Feld treu – dass die Profession Pflege einer der wichtigsten Berufe für die Gesellschaft – für jeden von uns ist sowohl in der Ausführung als auch im Erfahren.

Meine Überzeugung

Patientensicherheit ist kein medizinisches Alleinstellungsmerkmal. Sie ist ein Kultur- und Führungsthema.

Fehler entstehen selten aus mangelndem Wissen. Sie entstehen dort, wo:

  • Hierarchie Dialog verhindert
  • Feedback persönlich genommen wird
  • Unsicherheit beschämt wird
  • Schweigen zur Überlebensstrategie wird

Organisationen verlieren Qualität nicht plötzlich – sie verlieren zuerst ihre Gesprächsfähigkeit.

Was meine Arbeit unterscheidet - Ich verbinde drei Perspektiven:

Pflegepraxis. Ich kenne die Realität von Schichtsystemen, Personalmangel und Hochrisikobereichen.

Führungserfahrung. Ich weiß, was es bedeutet, zwischen Geschäftsführung, Medizin und Pflege Verantwortung zu tragen.

Systemische Organisationsentwicklung. Ich arbeite nicht an Symptomen, sondern an Strukturen, Dynamiken und Mustern.

Ich interveniere dort, wo es unangenehm wird – strukturiert, klar und ohne Gesichtsverlust für Beteiligte.

Nicht als Moderatorin von Befindlichkeiten, sondern als Begleiterin von professioneller Entwicklung.

Meine Haltung – Ich arbeite mit Organisationen,

  • die Pflegequalität ernst nehmen
  • die akademisierte Pflege entwickeln wollen
  • die Lernen vor Schuldzuweisung stellen
  • die bereit sind, auch unbequeme Themen anzusprechen

Veränderung beginnt selten mit Harmonie. Sie beginnt mit Klarheit.

Persönlich

Ich arbeite heute als systemische Organisationsentwicklerin mit dem Schwerpunkt Pflege und Führung im Gesundheitswesen.

Meine berufliche Laufbahn führte mich von der Intensivpflege über leitende Funktionen in großen Kliniken bis in die strategische Organisationsentwicklung. Diese Breite ermöglicht mir, Dynamiken aus verschiedenen Ebenen gleichzeitig zu betrachten.

Was mich antreibt, ist kein heutiger Trendbegriff wie „New Work“. Denn tatsächlich ist dieser Begriff vor mehr als 40 geprägt worden: F. Bergmann (1980er). Danke dafür genauso wie die Konzepte der Magnet®Krankenhäuser (1980er) welcher seit mehr als 40 Jahren Belege aufzeigen: Evidenzbasiert, dass Transformationale Führung wirkt, wenn wir sie leben.

Es ist die Frage:

Wie schaffen wir Arbeitsbedingungen, unter denen Pflege fachlich exzellent, menschlich tragfähig und organisatorisch lernfähig bleibt?

Daran arbeite ich. Marie-Luise Schmitz

#proudtobeanurse

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