„Was kann ich selbst verändern – und wo brauche ich die anderen?“

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In dem Workshop vergangene Woche für ein Team im klinischen Alltag ging es u.a. um diese Frage. Weitere Themen wurden aus den ersten beiden Workshops im August reflektiert: „Wie hat sich unsere Kommunikation verändert?“ „Kann ich meine Bedürfnisse äußern und auch was ich von meinem Kollegen*in oder Vorgesetzten an Unterstützung benötige.“ Ja, es hat in den vergangenen Wochen bereits besser geklappt.

Weitere Themen waren: Verlässlichkeit, klare Absprachen treffen, Doppel Arbeiten reduzieren. Jeder Einzelne trägt in der Zusammenarbeit Verantwortung:

„meinen Ärger zu Hause lassen“ „Wünsche und Bedürfnisse äußern“ „Probleme persönlich, direkt und zeitnah ansprechen“ „wenn etwas gut gelaufen ist auch hier eine persönliche, wertschätzende Rückmeldung geben“.

Mit der Aktivität positive Gossip war aufgefallen, dass dies häufig vernachlässigt wird. Es wird sofort berichtet, was nicht gut gelaufen ist. Dass was uns stärkt, stolz macht, uns vereint fällt häufig in den Hintergrund.

Das waren einige der Gedanken, die Mitarbeitende für sich festgehalten haben.

Eine besondere Relevanz bemerkten die Teilnehmenden als es um den Perspektivwechsel ging: Was bedeutet gute Zusammenarbeit nicht nur für mich, Team, sondern auch für unsere Patienten, Angehörige und die Organisation. Relevant auch hier: Zuverlässigkeit, Vertrauen, Verantwortung und Qualität der Versorgung.

Mit diesen Themen wurde klar, dass es um mehr geht als um den Einzelnen. Es geht auch um das Team, es geht um die Patienten*innen und es geht um den Arbeitsplatz zu dem alle etwas beitragen können. Darauf hat sich das Team zum Abschluss des Workshops verständigt.

Das ist nicht selbstverständlich. Und es bedeutet auch nicht, dass damit alle Schwierigkeiten gelöst sind.

Ich habe das Team über die vier Monate sehr gerne begleitet und schätze es sehr über einen längeren Zeitraum Teams und ihre Führungskraft zu unterstützen. Das ist wichtig und diese Verantwortung trägt die Führungskraft für ihr Team. Diesen Rahmen zu ermöglichen. Die Geschäftsführung bietet dieses Budget den Führungskräften pro Jahr an. Dies finde ich sehr wertschätzend und vorrauschauend, auch wenn derzeit das Budget überall knapp ist, wie ich höre oder mir geschrieben wird.

Konflikte, Fehlzeiten, Fluktuation und Zeitarbeit kosten Geld. Nicht nur Geld im engeren Sinne. Es kostet auch Qualität und Verlässlichkeit für die zu Versorgenden und die Mitarbeitenden. Es kostet auch die mentale Gesundheit – wenn wir unsere Arbeit nicht nach den ethischen Werten ausüben und im miteinander gestalten können.

Denn was nützt die Bereitschaft zur Veränderung, wenn der Arbeitsalltag dafür keinen Raum lässt?

Wie gelingt es in Ihrer Organisation, aus solchen Gesprächen konkrete Veränderungen im Alltag entstehen zu lassen?

Herzliche Grüße, Marie-Luise Schmitz